Das Büro erlebt seine industrielle Revolution
20.05.2026 von Prof. Dr. Peter Buxmann
KI verdrängt und verändert nicht alle Jobs. Aber sie trifft ausgerechnet jene Tätigkeiten, die lange als sicher galten: das Arbeiten mit Texten, Grafiken, Analysen und Code- und das quer durch alle Branchen.
Unser KI-Monitor 2026 mit mehr als 2.000 repräsentativ Befragten in Deutschland zeigt dabei einen bemerkenswerten Zusammenhang:
- Wer sich mit KI gut auskennt, sorgt sich am meisten um den eigenen Job – aber nur, wenn die eigene Arbeit digitalisierbare Ergebnisse erzeugt. Wer mit Texten, Präsentationen, Analysen oder Software arbeitet, blickt mit wachsendem KI-Wissen skeptischer auf die Frage: Kann KI das auch – oder bald?
- Wer dagegen Ergebnisse erzeugt, die sich nicht digitalisieren lassen – im Handwerk, in körpernahen Berufen etc. – und sich sehr gut mit KI auskennt, sorgt sich kaum. In unserer Befragung lag dieser Wert bei null. Zu Recht.
Die Daten sind unten in der Grafik dargestellt. Der entscheidende Punkt: Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Branchen, sondern zwischen digitalisierbaren und nicht digitalisierbaren Ergebnissen von Arbeit. Genau deshalb darf man generative KI nicht mit klassischer KI verwechseln: Klassische KI optimiert Prozesse, Maschinen oder Vorhersagen – meist in aufwändigen Individualprojekten. Generative KI arbeitet direkt an digitalen Inhalten. Also genau dort, wo Arbeitsergebnisse digital erzeugt, verarbeitet und reproduziert werden. Und sie kommt als Standardlösung, die immer besser wird.
Ausführlicher hat Prof. Peter Buxmann dies in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschrieben.