Kathleen Liebe über ihren Start in die Promotion
16.04.2026
Interview mit Kathleen Liebe M. Sc. über ihren Start in die Promotion
Wir sprechen mit unserer Kollegin Kathleen Liebe über ihren Start in die Promotionszeit bei uns am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik Software & AI Business. Sie hat im Januar 2026 ihre Promotion und Arbeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Darmstadt gestartet. Das Interview führt Seniha Ulukan.
Seniha Ulukan (SU): Wie kam es zu der Idee, dass du promovieren möchtest?
Kathleen Liebe (KL): Die Entscheidung habe ich recht spontan im Master getroffen, da hatte ich Fächer, die mich zum Thema KI und Nachhaltigkeit sehr begeistert und interessiert haben und bekam Lust, dazu forschen zu wollen. Die Promotion war der logische Weg für mich das umzusetzen.
SU: Führ uns mal durch den Prozess: Du hast dich entschieden zu promovieren, was kam dann als nächster Schritt?
KL: Ich habe mich erstmal informiert. Es gab verschiedene hilfreiche Uniangebote und Infoveranstaltungen zur Frage: Was bedeutet es zu promovieren? Zudem war ich mir schnell sicher, dass ich an diesen Lehrstuhl möchte, weil er zu meinen Interessen perfekt passt. Ich habe mit Wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen des Lehrstuhls gesprochen, anschließend als Forschungs-Hiwi in die Materie reingeschnuppert und habe dann entscheiden, dass ich hier auch promovieren möchte.
SU: Warum hast du dich für die TU Darmstadt entschieden?
KL: Ich bin seit dem Bachelor hier und das heißt ich kenne die Uni, ich kenne die Leute und den Ort sehr gut. Ich fühle mich sehr wohl hier und ich kann zudem auf diese Weise in der Nähe meiner Freunde und meiner Familie bleiben, die nicht so weit weg wohnen und damit Uni, Arbeit und Freizeit miteinander super verbinden.
SU: Womit beschäftigst du dich inhaltlich? Und was fasziniert dich daran?
KL: KI und Nachhaltigkeit sind die Sachen, die mich von Beginn an interessiert haben. Und klar, KI ist gerade das, was uns alle beschäftigt, würde ich behaupten. Ich finde das breite Spektrum an Möglichkeiten und Potenzialen der KI sehr spannend. […] Und Nachhaltigkeit, die Motivation unseren Planeten zu retten, was Gutes für unsere Umwelt zu tun ist der zweite Aspekt meines Interessensbereichs. Vielleicht denkt man nun die Kombination daraus passt nicht ganz, weil die Nutzung von KI in großen Teilen umweltschädlich ist, aber da ist eben auch Potenzial, wie man es richtig oder besser einsetzen kann. Nachhaltigkeit zu betreiben fällt vielen aktuell schwer und vielleicht kann man mit KI etwas dafür tun, die Umsetzung zu erleichtern.
SU: Wie sieht dein Arbeitsalltag jetzt am Anfang aus?
KL: Forschung für Konferenzpaper macht einen großen Teil der Arbeit aus – dazu gehört zu Beginn nun auch die Entwicklung einer Fragestellung. Zudem beginnt man Experimente durchzuführen, zu recherchieren und erste Seiten zu Papier zu bringen. Hinzu kommt dann auch der Part der Lehre: man betreut Studierende bei Seminaren oder Abschlussarbeiten. Natürlich bringe ich mich auch im Lehrstuhl Team mit kleineren Aufgaben ein, die im täglichen Uni-Alltag so anfallen.
Mir ist es wichtig meine Tage zu strukturieren. Manchmal kommen neben der Forschung ungeplante Aufgaben die dann ggf. Priorität haben. Ich glaube, wenn man sich das nicht richtig strukturiert, dann kommt man schnell aus dem Konzept. Ich schreibe mir viele To-Do-Listen, um gut strukturiert und organisiert zu arbeiten. Das ist auf jeden Fall hilfreich.
SU: Hast du bereits damit begonnen ein Paper zu schreiben?
KL: Ja, aber das wurde noch nicht angenommen – das wird jetzt überarbeitet und wird auf einer höheren Konferenz erneut eingereicht. Zudem schreibe ich aktuell noch ein weiteres Paper.
SU: Du bist seit kurzem erst mit dabei, aber gab es besondere Ereignisse während der Promotionszeit? Bzw. gibt es Ereignisse in Zukunft, auf die du dich freust?
KL: Auf jeden Fall, ich freue mich, wenn meine erste Konferenzreise ansteht. Und auch auf unsere internen Teamevents (davon habe ich bereits ein paar kleinere miterlebt) freue ich mich auch auf jeden Fall. […]
SU: Ziel der Promotion ist ja die Doktorarbeit am Ende zu schreiben – welchen Stellenwert haben die Paper?
KL: In unserem Fachbereich ist es so, dass du eine kumulative Doktorarbeit schreibst, das heißt, du schreibst Paper und am Ende schreibst du eine Dissertation, die die Ergebnisse daraus zusammenfasst. Es gibt grobe Richtwerte, wie viel du publiziert haben musst. Wenn du alles Relevante zusammen hast, kannst du dann damit beginnen final alles zu einer Arbeit zu schreiben. Nach der Abgabe folgt dann noch die Disputation (Verteidigung) deiner Forschungsergebnisse. […]
SU: Wie gehst du mit schwierigen Phasen um?
KL: Ich bin, glaube ich, relativ resilient was sowas angeht. Es ist gut, sich einen Plan zu erstellen an dem man sich langhangelt. Zudem kann man immer über mögliche Herausforderungen mit anderen Kolleg:innen reden. Wenn du deinen Plan hast, just do it! Du machst es für niemanden außer für dich selbst, deswegen bist du dein einziger Motivator und wenn du es nicht schaffst dich selbst zu motivieren, dann schafft es auch niemand anderes. Planen und dann los geht’s!
SU: Was motiviert dich?
KL: Zu forschen, Wissen zu erlangen und zu generieren, das ist mein größter Motivator.
SU: Was würdest du jemanden mitgeben der eine Promotion startet? Was hättest du gerne vorher gewusst?
KL: Ich glaube es ist hilfreich, wenn du schon ein Thema hast, was dich fasziniert, wenn du erstmal startest und denkst, ich würde gerne forschen, aber ich weiß nicht genau in was und welche Richtung: KI hört sich nett an, aber KI ist ein breites Thema, das heißt es ist sinnvoll eine Struktur für sich selbst zu haben und sich zu fragen, was will ich eigentlich erreichen in diesem Thema? Oder welches Thema interessiert mich besonders? Damit man auch direkt anfangen kann und da seinen Grundstein legen kann. Weil wenn man erstmal ein halbes oder sogar ein Jahr braucht, um überhaupt sein Fokus zu finden, dann verlierst du sehr viel Zeit. Du musst strukturiert arbeiten können und diese Eigenmotivation mitbringen. […]
SU: Vielen Dank für deine interessanten Einblicke in deine ersten Monate der Promotion! Wir wünschen dir weiterhin eine erfolgreiche Zeit und dass du viel Freude an deinen Forschungsthemen hast!